HPU – wenn der Körper still verliert (und du nicht weißt, warum)
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Dieser Beitrag ist für alle, die schon alles probiert haben.
Gesunde Ernährung – gemacht. Darm gecheckt – gemacht. Schlafhygiene – gemacht. Stress reduziert – naja, zumindest versucht. Und trotzdem: Das Wohlgefühl, auf das man hofft, bleibt irgendwie aus. Nicht dramatisch krank. Aber auch nie wirklich gut.
Wenn du die ersten beiden Beiträge dieser Serie gelesen hast, weißt du: Mikronährstoffe spielen eine zentrale Rolle bei Energie, Schlaf und Darmgesundheit. (→ Beitrag 1 | → Beitrag 2) Aber was, wenn dein Körper diese Mikronährstoffe nicht halten kann – egal wie gut du dich ernährst?
Dann kommen wir zu einem Thema, das in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt ist, aber für manche Menschen alles erklären kann: HPU.
Was ist HPU überhaupt?
HPU steht für Hämopyrrollaktamurie – ja, das klingt wie ein Zauberspruch aus einem schlechten Fantasy-Roman, aber es beschreibt etwas sehr Reales.
Bei HPU produziert der Körper erhöhte Mengen bestimmter Pyrrolverbindungen. Diese Pyrole binden sich im Blut an Vitamin B6 (genauer: die aktive Form P-5-P) und Zink – und scheiden beides dann über den Urin aus. Das Besondere daran: Das passiert dauerhaft, unabhängig davon, was du isst.
Das Ergebnis ist ein chronischer, schleichender Mangel an genau jenen Mikronährstoffen, die dein Nervensystem, dein Immunsystem, dein Hormonhaushalt und dein Schlaf brauchen.
Zusätzlich kann Biotin ebenfalls betroffen sein. Und Magnesium, das ohnehin schon in stressreichen Lebensphasen schnell zur Mangelware wird, hat bei HPU noch weniger Chancen, sich stabil zu halten.
Die Symptome – und warum sie so oft übersehen werden
Das Tückische an HPU: Es gibt kein eindeutiges „HPU-Symptom“. Es ist immer eine Kombination, die für sich genommen jeweils andere Erklärungen haben könnte.
Häufige Hinweise auf HPU:
- Anhaltende Erschöpfung, die nicht durch Schlaf besser wird
- Schlafprobleme – Ein- oder Durchschlafen, nicht erholsamer Schlaf
- Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit, emotionale Überreaktionen
- Angst oder innere Unruhe ohne klaren Auslöser
- Konzentrationsschwierigkeiten, Brain Fog, „Watteköpfigkeit“
- Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Stress
- Verdauungsprobleme, Blähungen, empfindlicher Magen
- PMS-Beschwerden oder hormonelle Unregelmäßigkeiten
- Schlechte Stresstoleranz – kleine Dinge fühlen sich groß an
- Kalte Hände und Füße, Blässe
- Weißliche Flecken auf den Fingernägeln (ein klassisches Zink-Zeichen)
Klingt vage? Ja. Und nein.
Vage, weil jedes dieser Symptome auch andere Ursachen haben kann. Nicht vage, wenn mehrere davon gleichzeitig und dauerhaft auftreten – kombiniert mit dem Gefühl, dass nichts so richtig hilft.
Ich sage das auch aus persönlicher Erfahrung: Lange habe ich einzelne Symptome einzeln bewertet. Erst als ich angefangen habe, das Gesamtbild zu betrachten, ergab sich ein Muster.
Wer ist betroffen?
Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 10–15 % der Bevölkerung betroffen sein könnten – mit deutlichem Frauenanteil. Es gibt eine genetische Komponente, aber HPU kann auch durch chronischen Stress, Traumata oder bestimmte Lebensphasen ausgelöst oder verstärkt werden.
Das bedeutet: Du kannst jahrelang symptomfrei gewesen sein und dann – nach einem besonders stressigen Lebensabschnitt, nach einer Schwangerschaft, nach einer langen Erkrankung – plötzlich merken, dass der Körper nicht mehr so reagiert wie früher.
Wie wird HPU festgestellt?
Wichtig zuerst: HPU wird getestet, nicht vermutet.
Es gibt einen Urintest, der die Pyrrolausscheidung misst. Dieser Test sollte über einen Therapeuten oder Arzt angeordnet werden, der sich mit HPU auskennt – denn die Probenentnahme und Auswertung erfordern spezifisches Wissen.
Wenn du vermutest, dass HPU für dich relevant sein könnte: Lass testen. Nicht raten. Nicht blind supplementieren. Testen.
Der Test ist kein Hexenwerk, aber er gibt dir Klarheit – und Klarheit ist die Grundlage für alles Weitere. (Selbsttest: Wie wahrscheinlich ist HPU?)
Was nach einem positiven Test?
Ein positiver HPU-Test bedeutet: Du weißt jetzt, warum bestimmte Dinge nicht funktioniert haben. Das ist kein Schuldspruch – das ist Information.
Die Konsequenz ist eine gezielte, individuelle Supplementierung. Da HPU ein dauerhafter Verlust ist, braucht es auch eine dauerhafte Ergänzung – keine kurzfristige Kur.
Die Kernsäulen der HPU-Supplementierung sind:
- Vitamin B12-Komplex: Enthält drei natürliche Formen – Methylcobalamin, Hydroxycobalamin und Adenosylcobalamin
- Myo-Inositol: Pflanzlich gewonnenes Cyclitol – strukturverwandt mit Glucose
- L-Cystein: Schwefelhaltige Aminosäure
- Camu-Camu-Extrakt: Gewonnen aus der Camu-Camu-Frucht (Myrciaria dubia), wild wachsend im Amazonasgebiet – bekannt für ihren außergewöhnlich hohen natürlichen Vitamin-C-Gehalt
- Folsäure (5-MTHF): Direkt bioverfügbare Form von Folat – stabil, hochwertig und unabhängig vom MTHFR-Enzym verwertbar
- Zink-Komplex: Kombination aus drei Zinkformen, Bisglycinat, Gluconat und Picolinat, für funktionelle Breite und gute Verträglichkeit
- Magnesium: mit dem Markenrohstoff MagChel® – Manganbisglycinat in geprüfter Qualität und hoher Verträglichkeit
Für Menschen, bei denen HPU bestätigt wurde, empfehle ich den HPU Komplex von Natugena. Er wurde speziell für diese Konstellation entwickelt und enthält die relevanten Mikronährstoffe in hochwertigen, bioverfügbaren Formen – abgestimmt auf die besonderen Anforderungen des HPU-Stoffwechsels.
Aber bitte: Erst testen. Eine gute Supplementierung ohne Testgrundlage ist wie navigieren ohne Karte – vielleicht kommt man irgendwo hin, aber nicht unbedingt dahin, wo man hin will.
HPU und Ernährung – was du wissen solltest
Die Ernährung ist bei HPU eine wichtige Begleitmaßnahme, aber kein Ersatz für die Supplementierung. Bestimmte Lebensmittel können die Situation verbessern – andere können sie verschlechtern.
Hilfreich: Zinkreiche Lebensmittel (Kürbiskerne, Hefeflocken, Sesam, Hülsenfrüchte), B6-reiche Lebensmittel (Kartoffeln, Kichererbsen, Bananen), Magnesiumquellen (grünes Blattgemüse, Nüsse, dunkle Schokolade – ja, wirklich).
Mit Bedacht: Phytinsäure-reiche Lebensmittel wie Vollkorn, rohe Hülsenfrüchte und bestimmte Nüsse können die Zinkaufnahme hemmen. Einweichen, Keimen oder Fermentieren hilft, den Phytinsäuregehalt zu reduzieren.
Frühstück als Fundament: Ein proteinreiches Frühstück stabilisiert den Blutzucker und liefert Aminosäuren als Vorstufen für Neurotransmitter. Ich nutze RINGANA D-eat als praktische Frühstücksbasis – schnell zubereitet, vollständiges Aminosäureprofil, pflanzlich und ohne Füllstoffe. Ergänzt mit Kürbiskernen und Leinöl – zwei HPU-relevante Toppings, die ich nie weglasse.
Der Darm bei HPU – eine unterschätzte Verbindung
Wer HPU hat, hat oft auch einen empfindlichen Darm. Das ist kein Zufall.
Zink ist essenziell für die Integrität der Darmschleimhaut. Wenn Zink dauerhaft ausgeschieden wird, kann die Darmbarriere geschwächt werden – was zu einer erhöhten Durchlässigkeit führt und die Nährstoffaufnahme weiter verschlechtert. Ein Teufelskreis, der durch gezielte Darmunterstützung durchbrochen werden kann.
(→ Beitrag 2: Dein Darm ist nicht dein Feind – dort findest du meine Empfehlungen für eine sanfte Darmkur, die sich gut mit HPU-Supplementierung kombinieren lässt.)
Und der Schlaf?
Vitamin B6 in seiner aktiven Form ist direkt an der Umwandlung von Tryptophan zu Serotonin beteiligt. Serotonin ist die Vorstufe von Melatonin. Kein B6 → weniger Serotonin → weniger Melatonin → schlechter Schlaf.
Bei HPU ist dieser Mechanismus dauerhaft beeinträchtigt. Das erklärt, warum viele Betroffene trotz guter Schlafhygiene, frühem Zubettgehen und allem anderen nicht wirklich erholt aufwachen.
Eine ausreichende HPU-Supplementierung kann hier über Wochen und Monate einen deutlichen Unterschied machen – aber es braucht Zeit. Der Körper baut das auf, was er lange nicht hatte. Das geht nicht über Nacht.
Ein ehrliches Wort zum Schluss
HPU ist kein Trendthema. Es ist auch kein Allheilmittel-Erklärungsrahmen, in den man alles hineininterpretieren kann. Es ist eine biochemische Besonderheit, die für einen Teil der Menschen eine echte und erklärende Antwort bietet.
Wenn du dich in den Symptomen wiederfindest: Lass testen. Und wenn der Test positiv ausfällt: Du musst das nicht alleine durcharbeiten. Gezielte Supplementierung, angepasste Ernährung und Geduld – das ist das Dreigestirn, das bei HPU funktioniert.
Ich begleite dieses Thema auf Mind2Soul weiter – weil ich überzeugt bin, dass viele Menschen noch nicht wissen, was in ihrem Körper passiert. Und weil Wissen der erste Schritt zu echtem Wohlbefinden ist.
Die gesamte Serie auf einen Blick:
← Beitrag 1: Warum du immer müde bist – obwohl du alles richtig machst
← Beitrag 2: Dein Darm ist nicht dein Feind – aber vielleicht dein größtes To-do
→ Beitrag 3: HPU – wenn der Körper still verliert (du bist hier)
Bis bald 🌿
Alina
Mind2Soul – Mikronährstoffe. Stressmanagement. Wohlbefinden.

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Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Diagnose oder Therapie. HPU sollte ausschließlich über einen entsprechenden Urintest diagnostiziert werden, in Begleitung einer qualifizierten Fachperson. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel.




